Aufbau eines Handballs: Material, PU, Blase und Grip | CHAIZ
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Wie ist ein Handball aufgebaut? PU-Oberfläche, Schaum, Blase & Konstruktion erklärt
Was steckt eigentlich in einem Handball? Erfahre, wie PU-Oberfläche, Schaumschichten, Blase und Konstruktion Grip, Softness, Rebound und Haltbarkeit beeinflussen.
Von außen sehen viele Handbälle ähnlich aus: strukturierte Oberfläche, einzelne Panels, Ventil.
Der eigentliche Unterschied steckt darunter.
Denn das Ballgefühl entsteht nicht durch eine einzelne „Grip-Technologie“, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Schichten. Obermaterial, Schaum, formgebende Konstruktion und Blase beeinflussen gemeinsam, wie griffig, weich, rund und reaktiv sich ein Handball spielt.
Wer verstehen möchte, warum sich zwei Handbälle derselben Größe komplett unterschiedlich anfühlen können, muss deshalb einmal unter die Oberfläche schauen.
Die wichtigsten Bestandteile eines Handballs
Vereinfacht lässt sich ein moderner Handball in vier Bereiche zerlegen:
PU-Oberfläche → Schaumschichten → formgebende Konstruktion → Blase
Je nach Hersteller und Ballmodell unterscheiden sich Materialien, Anzahl und Stärke der Schichten sowie die Art, wie die einzelnen Panels miteinander verbunden werden.
Und genau diese Unterschiede spürst du später in der Halle.
1. Die PU-Oberfläche: Hier entsteht der direkte Kontakt
Die äußere Schicht ist der Teil des Balls, den deine Hand tatsächlich berührt.
Bei modernen Handbällen kommt häufig Polyurethan – kurz PU – zum Einsatz.
Die IHF schreibt für regelkonforme Handbälle grundsätzlich vor, dass die Hülle aus Leder oder synthetischem Material bestehen kann. Der Ball muss kugelförmig sein und seine Oberfläche darf nicht glänzend oder rutschig sein. (IHF)
Damit ist allerdings noch lange nicht festgelegt, wie sich die Oberfläche tatsächlich anfühlt.
PU ist nicht gleich PU
Nur weil zwei Hersteller „PU-Oberfläche“ angeben, bedeutet das nicht, dass beide Bälle denselben Grip besitzen.
Relevant sind unter anderem:
-
Materialmischung
-
Oberflächenstruktur
-
Prägung
-
Dicke des Materials
-
Flexibilität
-
Verhalten bei Feuchtigkeit
-
Zusammenspiel mit den darunterliegenden Schichten
Eine ausgeprägte Struktur kann beispielsweise zusätzliche Kontaktpunkte zwischen Hand und Ball schaffen. Entscheidend ist aber immer das gesamte Material.
Deshalb lässt sich die Qualität eines Handballs nicht allein daran beurteilen, ob auf der Verpackung „High Grip PU“ steht.
2. Schaumschichten: Der unterschätzte Faktor beim Ballgefühl
Direkt unter der Oberfläche befinden sich bei hochwertigen Handbällen häufig eine oder mehrere Schaumschichten.
Sie haben großen Einfluss auf die Softness.
Drückst du deine Finger beim Greifen in den Ball, reagiert nicht nur die äußere PU-Schicht. Auch der darunterliegende Schaum gibt leicht nach.
Dadurch kann sich der Ball besser an die Hand anschmiegen.
Warum ein weicher Handball häufig kontrollierbarer wirkt
Stell dir zwei Bälle mit identischem Umfang vor.
Ball A besitzt eine sehr harte Konstruktion.
Ball B besitzt eine leicht nachgiebige Oberfläche mit mehreren Schaumschichten.
Beim Greifen können die Finger bei Ball B etwas stärker in die Oberfläche einsinken. Dadurch entsteht subjektiv mehr Kontaktfläche zwischen Hand und Ball.
Das kann das Gefühl von Kontrolle verbessern.
Aber:
Weicher ist nicht automatisch besser.
Ist ein Ball zu weich, kann das präzise und direkte Ballgefühl verloren gehen. Entscheidend ist deshalb die Balance zwischen Komfort, Grip und Stabilität.
3. Die Konstruktion: Warum die Panels wichtig sind
Die charakteristischen Flächen eines Handballs sind nicht nur Design.
Sie bilden gemeinsam die äußere Form.
Je nach Herstellungsverfahren können die Panels beispielsweise vernäht, verklebt oder durch hybride Verfahren miteinander verbunden werden.
Die Konstruktion beeinflusst unter anderem:
Rundheit, Formstabilität und Haltbarkeit.
Besonders interessant wird das nach vielen Trainingseinheiten.
Ein neuer Ball kann zunächst hervorragend rund sein. Die eigentliche Qualitätsfrage lautet aber:
Bleibt er es auch?
Deshalb sollte ein hochwertiger Handball nicht nur direkt nach der Produktion geprüft werden, sondern seine Form auch unter regelmäßiger Belastung möglichst konstant halten.
4. Die Blase: Das Herz im Inneren des Balls
Ganz innen sitzt die Blase.
Sie hält die Luft und beeinflusst gleichzeitig das Rücksprungverhalten.
Bei hochwertigen Handbällen kommen unter anderem Latexblasen zum Einsatz.
Latex ist elastisch und kann dadurch ein reaktives Ballgefühl unterstützen. Das Zusammenspiel aus Blase, Luftdruck und den darüberliegenden Schichten beeinflusst maßgeblich, wie der Ball nach dem Bodenkontakt zurückkommt.
Beim CNTRL HYPE GRIP kombiniert CHAIZ beispielsweise eine reaktive Latexblase mit zweilagigem EPDM-Schaum, formstabilisierenden Elementen und einer High-Grip-PU-Oberfläche. (CHAIZ)
Was hat die Blase mit dem Rebound zu tun?
Beim Prellen wird der Ball kurz verformt.
Die gespeicherte Energie muss anschließend möglichst kontrolliert wieder abgegeben werden.
Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen:
Blase + Luftdruck + Schaumschichten + Gesamtkonstruktion.
Deshalb lässt sich guter Rebound nicht auf eine einzelne Materialangabe reduzieren.
Ein guter Handball sollte beim Prellen möglichst konstant reagieren. Gerade bei schnellen Bewegungen möchtest du schließlich nicht darüber nachdenken müssen, ob der Ball diesmal fünf Zentimeter höher oder niedriger zurückkommt.
Luftdruck verändert die gesamte Konstruktion
Selbst der beste Aufbau funktioniert nicht unabhängig vom Luftdruck.
Pumpst du einen Ball sehr stark auf, erhöht sich die Spannung der gesamten Konstruktion.
Der Ball fühlt sich härter an.
Die Oberfläche gibt beim Greifen weniger nach.
Und das Rücksprungverhalten verändert sich.
Deshalb solltest du dich beim Aufpumpen immer an der Druckangabe des jeweiligen Herstellers orientieren.
Wer tiefer einsteigen möchte, findet dazu unseren Ratgeber „Handball richtig aufpumpen: Luftdruck, Ventil und die häufigsten Fehler“.
Warum fühlen sich neue Handbälle manchmal anders an?
Ein neuer Ball kommt direkt aus Produktion, Verpackung und Transport.
Materialien und Konstruktion wurden noch nicht über hunderte Ballkontakte beansprucht.
Deshalb kann sich ein Handball in den ersten Einheiten noch etwas verändern.
Die Oberfläche kann sich einspielen und das gesamte Ballgefühl vertrauter werden.
Das bedeutet nicht, dass ein neuer Handball wochenlang „eingespielt“ werden muss. Trotzdem lohnt es sich, ihn nicht ausschließlich nach den ersten fünf Pässen zu beurteilen.
Vor dem ersten Training empfehlen wir außerdem einen kurzen Check von Oberfläche und Luftdruck.
Mehr dazu findet ihr in unserem Ratgeber „Neuen Handball richtig vorbereiten: Pflege vor der ersten Nutzung“.
Was macht einen hochwertigen Handball aus?
Beim Handballkauf werden häufig einzelne Eigenschaften isoliert beworben.
MEGA GRIP.
SUPER SOFT.
MAXIMUM REBOUND.
In der Praxis bringt euch eine extreme Einzeleigenschaft wenig, wenn der Rest des Balls nicht dazu passt.
Ein hochwertiger Handball braucht vielmehr ein ausgewogenes Zusammenspiel.
Grip
Die Oberfläche muss genügend Reibung erzeugen, um den Ball kontrollieren zu können.
Softness
Die Konstruktion sollte angenehm nachgeben, ohne schwammig zu wirken.
Rebound
Der Ball sollte beim Prellen möglichst konstant reagieren.
Rundheit
Eine gleichmäßige Form unterstützt berechenbares Flug- und Sprungverhalten.
Haltbarkeit
Diese Eigenschaften sollten nicht nur beim Auspacken vorhanden sein, sondern möglichst lange erhalten bleiben.
Genau deshalb prüfen wir bei CHAIZ unsere Handbälle unter anderem auf Rundheit, Gewicht, Größe und Rücksprungverhalten. Beim aktuellen CNTRL HYPE gibt CHAIZ eine Rundheitstoleranz von 1,6 % an. (CHAIZ)
Mit Harz oder ohne Harz: Auch das Material muss dazu passen
Die Anforderungen an eine Balloberfläche verändern sich abhängig davon, wie ihr spielt.
Beim Einsatz mit Harz kommt zusätzlich zur normalen Belastung eine Mischung aus Haftmittel, Staub und Hallenschmutz auf die Oberfläche.
Der Ball wird außerdem regelmäßig entharzt.
Ohne Harz wiederum wird der Eigengrip des Obermaterials deutlich wichtiger.
Deshalb sollte die Frage beim Kauf nicht nur lauten:
„Wie griffig ist der Ball?“
Sondern:
„Wie griffig bleibt der Ball unter meinen tatsächlichen Spielbedingungen?“
Die IHF unterscheidet inzwischen sogar bei Umfang und Gewicht ausdrücklich zwischen Handbällen für das Spiel mit und ohne Harz. Ein Größe-3-Ball mit Harz liegt beispielsweise bei 58–60 cm Umfang und 425–475 g, während die harzfreie Kategorie Größe 3 bei 55,5–57,5 cm und 400–425 g liegt. (IHF)
Mehr zu diesem Unterschied findet ihr in unserem Ratgeber „Handball mit oder ohne Harz: Welche Unterschiede gibt es?“.
Woran erkenne ich Qualität beim Handballkauf?
Von außen lässt sich die komplette Konstruktion natürlich nicht überprüfen.
Ein paar Punkte helfen trotzdem.
Schaut nicht nur auf einen einzelnen Marketingwert, sondern darauf, ob der Hersteller transparent erklärt, wie der Ball aufgebaut ist und welche Materialien verwendet werden.
Interessant sind beispielsweise Angaben zu:
-
Obermaterial
-
Schaumschichten
-
Blase
-
Konstruktion
-
Rundheit
-
Größen- und Gewichtskontrolle
-
Rebound-Prüfung
Bei CHAIZ findet ihr diese Informationen beispielsweise direkt beim CNTRL HYPE GRIP. Dort wird der Aufbau aus High-Grip-PU, zweilagigem EPDM-Schaum, Latexblase und formstabilisierenden Elementen transparent dargestellt. (CHAIZ)
Wer verschiedene Modelle vergleichen möchte, findet HYPE, VOLT und ROOKIE gesammelt in unserer Handball-Kollektion. (CHAIZ)
Für Vereine: Nicht nur nach dem Stückpreis entscheiden
Bei einer Bestellung von 20 oder 30 Bällen fällt ein Preisunterschied natürlich stärker ins Gewicht.
Trotzdem sollte der günstigste Einkaufspreis nicht automatisch die Entscheidung bestimmen.
Denn ein Vereinsball wird intensiv genutzt.
Mehrere Trainingseinheiten pro Woche. Unterschiedliche Spieler:innen. Hallenboden. Harz. Reinigung. Ständiges Aufpumpen.
Relevant ist deshalb nicht nur:
Was kostet der Ball heute?
Sondern auch:
Wie lange bleiben Grip, Rundheit und Rebound auf einem guten Niveau?
Gerade für Mannschaften lohnt es sich deshalb, mehrere Bälle unter echten Trainingsbedingungen zu testen und anschließend einen einheitlichen Ballbestand aufzubauen.
CHAIZ bietet seine Handbälle zudem mit Individualisierung durch Logo, Namen oder Nummer an – interessant für Vereine, die ihren Ballbestand eindeutig kennzeichnen möchten. (CHAIZ)
Fazit: Ein guter Handball beginnt unter der Oberfläche
Das Design siehst du zuerst.
Die Konstruktion spürst du bei jedem Ballkontakt.
Eine griffige PU-Oberfläche allein macht noch keinen guten Handball. Erst das Zusammenspiel aus Obermaterial, Schaumschichten, formgebender Konstruktion, Blase und richtigem Luftdruck erzeugt das Ballgefühl.
Genau deshalb lohnt es sich beim nächsten Handballkauf, einmal genauer hinzuschauen.
Nicht nur:
Wie sieht der Ball aus?
Sondern:
Was steckt eigentlich drin?
Bei CHAIZ entwickeln wir unsere Handbälle mit genau diesem Anspruch: Grip, Softness, Rebound und Formstabilität müssen als Gesamtsystem funktionieren.
HYPE YOUR GAME.