Handball mit oder ohne Harz? Unterschiede erklärt | CHAIZ

Handball mit oder ohne Harz? Unterschiede erklärt | CHAIZ

Handball mit oder ohne Harz? Welcher Ball passt zu deinem Spiel?

Harz gehört für viele Handballer:innen genauso zur Halle wie Ball und Tor.

Für andere ist es komplett verboten.

Das verändert mehr als nur die Frage, ob die Finger nach dem Training kleben.

Ein Handball, der regelmäßig mit Harz gespielt wird, kann bei Grip, Oberfläche und Handling anders ausgelegt werden als ein Ball, der ohne Haftmittel maximale Kontrolle bieten soll.

Die IHF unterscheidet inzwischen sogar bei den offiziellen Abmessungen zwischen Bällen, die mit und ohne Harz gespielt werden.

Was bedeutet das für deinen nächsten Ball?

Warum wird im Handball überhaupt Harz verwendet?

Die Antwort ist einfach:

Kontrolle.

Harz erhöht die Haftung zwischen Hand und Ball.

Das erleichtert vor allem das einhändige Greifen und gibt Spieler:innen bei Pässen, Würfen und Täuschungen zusätzlichen Halt.

Je größer der Ball und je anspruchsvoller das Handling, desto stärker kann dieser Effekt auffallen.

Aber Harz verändert gleichzeitig die Anforderungen an die Balloberfläche.

Denn wenn ein Haftmittel einen Teil des Grips liefert, muss die Oberfläche nicht allein für die gesamte Kontrolle sorgen.

Was muss ein guter Handball ohne Harz können?

Ohne Harz gibt es keine zusätzliche klebrige Schicht zwischen Hand und Ball.

Der Eigengrip wird deshalb wichtiger.

Dabei geht es nicht einfach darum, die Oberfläche möglichst klebrig zu machen.

Mehrere Eigenschaften müssen zusammenspielen:

  • Oberflächenstruktur
  • PU-Material
  • Softness
  • Ballgröße
  • Luftdruck

Eine strukturierte Oberfläche kann Reibung erzeugen.

Eine gewisse Softness kann gleichzeitig dafür sorgen, dass sich der Ball besser greifen lässt.

Und ein passender Umfang entscheidet darüber, wie weit die Finger überhaupt um den Ball reichen.

Genau deshalb sollte ein guter harzfreier Handball als Gesamtsystem entwickelt werden.

Mit Harz und ohne Harz: Auch die IHF unterscheidet

Die Unterscheidung ist mittlerweile auch im Regelwerk sichtbar.

Die IHF unterscheidet bei Handbällen zwischen der Verwendung mit Harz und ohne Harz. Für entsprechend zertifizierte harzfreie Bälle gibt es zudem eine eigene „RESIN FREE“-Kategorie.

Dabei unterscheiden sich sogar die vorgesehenen Abmessungen.

Bei Größe 3 liegt der Umfang eines Balls für die Verwendung mit Harz bei 58 bis 60 cm. Ohne Harz liegt der entsprechende Bereich bei 55,5 bis 57,5 cm.

Bei Größe 2 sind es mit Harz 54 bis 56 cm, ohne Harz dagegen 51,5 bis 53,5 cm.

Das bedeutet:

Eine Größenbezeichnung allein sagt nicht alles über das tatsächliche Ballgefühl aus.

Warum kann ein kleinerer Ball ohne Harz sinnvoll sein?

Versuche einen großen Ball mit einer Hand zu greifen.

Je größer der Umfang, desto weiter müssen sich deine Finger spreizen.

Mit Harz kann die zusätzliche Haftung helfen.

Ohne Harz muss die Kontrolle stärker über Hand, Oberfläche und Ballgeometrie entstehen.

Ein etwas kompakterer Ball lässt sich leichter umfassen.

Genau deshalb ist es sinnvoll, bei der Kaufentscheidung nicht nur nach „Größe 2“ oder „Größe 3“ zu schauen.

Auch die Frage „mit oder ohne Harz?“ gehört dazu.

Was ist beim Obermaterial wichtig?

Die Hand berührt zunächst die äußerste Schicht des Balls.

Bei modernen Handbällen ist das häufig ein PU-Obermaterial.

Doch PU ist nicht gleich PU.

Prägung, Materialmischung, Flexibilität und darunterliegende Schichten beeinflussen das Griffgefühl.

Bei einem Ball ohne Harz ist ein starker Eigengrip besonders wichtig.

Bei einem Harzball muss die Oberfläche zusätzlich damit klarkommen, dass regelmäßig Haftmittel aufgetragen und wieder entfernt wird.

Das sind unterschiedliche Anforderungen an einen Handball.

Wie Obermaterial, Schaumschichten und Blase bei unseren Handbällen zusammenspielen, zeigen wir ausführlicher unter Inside CHAIZ.

Was passiert mit einem Handball, wenn regelmäßig Harz verwendet wird?

Harz bleibt nicht sauber.

Es verbindet sich mit Staub und Schmutz aus der Halle.

Mit der Zeit entsteht die typische dunkle Schicht auf häufig genutzten Vereinsbällen.

Das ist zunächst normal.

Problematisch wird es, wenn diese Schicht immer weiter wächst und das ursprüngliche Ballgefühl verändert.

Dann sollte der Ball entharzt werden.

Unsere Empfehlung:

Harz klassisch mit einem Harzklumpen Stück für Stück abziehen.

Dabei den Ball nicht mit übermäßigem Druck auf eine harte Unterlage pressen.

Auf Föhn, starke Hitze und aggressive Reiniger würden wir verzichten, da diese Obermaterial und Klebeverbindungen unnötig belasten können.

Weitere Tipps zu Reinigung, Luftdruck, Ventil und Haltbarkeit findest du in unseren CHAIZ Handball-Ratgebern.

Kann ich jeden Handball mit Harz spielen?

Hier lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Auslegung des Balls.

Nicht jede Oberfläche ist für dieselben Bedingungen optimiert.

Wer regelmäßig Harz verwendet, sollte einen Ball wählen, dessen Konstruktion und Obermaterial dafür geeignet sind.

Bei CHAIZ ist dafür insbesondere der CNTRL HYPE GRIP ausgelegt.

Der HYPE kombiniert unsere griffige PU-Oberfläche mit einem besonders weichen Ballgefühl und eignet sich besonders für Spieler:innen und Mannschaften, die mit Harz spielen.

Und wenn meine Halle Harz verbietet?

Dann verschiebt sich die Priorität.

Jetzt muss der Ball ohne zusätzliche Haftwirkung funktionieren.

Ein starker Eigengrip wird wichtiger.

Genau hier unterscheiden sich Bälle im Alltag teilweise deutlich.

Ein einfacher Praxistest:

  • Nimm den Ball mit trockener Hand.
  • Versuche ihn einhändig zu kontrollieren.
  • Prelle den Ball.
  • Spiele verschiedene Pässe.
  • Fange auch härtere Zuspiele.
  • Teste den Ball nicht nur frisch aus der Tasche, sondern während einer intensiveren Trainingseinheit.

Denn ein Handball ohne Harz muss nicht nur beim ersten Griff funktionieren.

Er muss sich auch nach 60 Minuten Training noch kontrollierbar anfühlen.

Harzfrei bedeutet nicht „kein Grip“

Das ist ein wichtiger Punkt.

Harzfrei beschreibt zunächst, dass ohne zusätzliches Haftmittel gespielt wird.

Es bedeutet nicht, dass der Ball wenig Grip haben soll.

Eigentlich ist das Gegenteil der Fall.

Gerade ohne Haftmittel muss die Konstruktion genügend Kontrolle erzeugen.

Deshalb spielen bei harzfreien Konzepten unter anderem Oberflächenstruktur, Material, Softness und Ballgröße eine wichtige Rolle.

Welcher CHAIZ Handball passt zu welcher Nutzung?

Wenn ihr regelmäßig mit Harz spielt und ein besonders weiches Ballgefühl sucht, ist der CNTRL HYPE GRIP unsere erste Wahl.

Wenn ihr überwiegend ohne Harz spielt, ist der CNTRL VOLT stärker auf Eigengrip ohne zusätzliches Haftmittel ausgelegt.

Für Kinder und jüngere Jugendspieler:innen kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: die richtige Ballgröße.

Mit dem CNTRL ROOKIE bieten wir dafür die Größen 0 und 1.

Einen Überblick über die verschiedenen Modelle findet ihr in unserer CHAIZ Handball-Kollektion.

Was sollten Vereine beim Ballkauf beachten?

Bei einer Vereinsbestellung sollte die Frage nach Harz ganz am Anfang stehen.

Denn innerhalb eines Vereins können unterschiedliche Bedingungen gelten.

Beispielsweise:

  • Die Herren trainieren mit Harz.
  • Eine Jugendmannschaft spielt überwiegend ohne Harz.
  • Eine andere Halle des Vereins hat ein komplettes Harzverbot.

Deshalb ist nicht automatisch ein Modell für die gesamte Handballabteilung ideal.

Auch die benötigten Ballgrößen können sich von Mannschaft zu Mannschaft unterscheiden.

CHAIZ stattet bereits komplette Mannschaften mit Bällen aus und stimmt dabei Modelle, Größen, Mengen und auf Wunsch auch Individualisierungen mit den Teams ab.

Wenn ihr eure Mannschaft oder mehrere Teams ausstatten möchtet, könnt ihr über unseren CHAIZ Club Deal direkt eine unverbindliche Anfrage stellen.

Mit Harz oder ohne Harz: Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Bevor du dich für einen Handball entscheidest, solltest du dir vier Fragen stellen:

  1. Welche Ballgröße brauche ich?
  2. Spiele ich überwiegend mit oder ohne Harz?
  3. Wie wichtig sind mir Eigengrip und Softness?
  4. Wie fühlt sich der Ball unter realen Trainingsbedingungen an?

Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt.

Ein Ball kann sich beim ersten Kontakt extrem griffig anfühlen und im Training trotzdem nicht zu deinem Spiel passen.

Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Grip, Softness, Größe, Gewicht, Luftdruck und Konstruktion.

Fazit: Harz ist nicht nur eine Frage der Gewohnheit

Mit oder ohne Harz verändert die Anforderungen an einen Handball.

Mit Haftmittel spielen Softness, Harzverträglichkeit und kontrolliertes Handling zusammen.

Ohne Harz wird der Eigengrip noch wichtiger – und selbst Umfang und Gewicht können nach den entsprechenden IHF-Vorgaben anders ausfallen.

Deshalb sollte die erste Frage beim Ballkauf nicht nur lauten:

Welche Größe brauche ich?

Sondern auch:

Wie spiele ich diesen Ball?

Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Oberfläche und Konstruktion zu dir passen.

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